Teil 1: Aber erstmal ein Blick auf die Geschichte des Immobilienmaklers

Teil 1: Aber erstmal ein Blick auf die Geschichte des Immobilienmaklers

In Teil 1 möchte ich auf die Geschichte des Immobilienmaklers eingehen. Anhaltspunkte, warum die Zukunft von klassischen Immobilienmaklern nicht funktionieren wird, finden wir bereits in der Vergangenheit und der Entwicklung der Branche bis zum Ende der 90er. 

Meine Definition für einen klassischen Immobilienmakler

Ein klassischer Immobilienmakler sieht seine Kernaufgabe in der Zusammenführung von Verkäufern und Käufern. Er versteht sich als Marktplatz und verdient sein Geld durch den Nachweis einer Geschäftsgelegenheit. Der Digitalisierung traut er nicht und versperrt sich gegenüber Neuerungen. Überspitzt ist sein Motto: Das hat schon immer so geklappt.

Die Ursprünge

Der Beruf des Immobilienmaklers lässt sich bis zu den alten Griechen, Römern & Persern zurückverfolgen. Die Dienstleistung von Maklern gehört daher zu den ältesten Gewerben der Geschichte.

Geschäftsgrundlage für Makler waren vor allem Kaufleute, welche durch die Städte zogen. Insbesondere Hafenstädte standen im Fokus, um Handel zu betreiben. Den Kaufleuten fehlten regionale Kenntnisse auf den vielen Stationen ihrer Reise. Deshalb waren Sie auf ortskundige Mittelsmänner angewiesen. Diese Mittelsmänner oder auch Makler halfen den Kaufleuten bei verschiedenen Fragestellungen.

Hierbei ging es nur selten um einen klassisches Immobiliengeschäft, wie wir es heute kennen. Das lag insbesondere daran, dass die Häuser und Grundstücke im Eigentum weniger Großgrundbesitzer waren und daher nur selten veräußert wurden. Die damaligen Makler hatten deshalb viele andere Funktionen. Unteranderem wurden Darlehen, Ämter und sogar Hochzeiten vermittelt.

Der Erfolg von Maklern beruhte insbesondere auf deren Ortskenntnis und einem hervorragenden Netzwerk. Der Makler wusste genau, wer was sucht und wer was bietet. Ohne diese Vernetzung und einen entsprechenden Einfluss war es kaum möglich erfolgreich als Makler zu arbeiten.

Der Mehrwert einen Makler zu beschäftigen lag darin, dass dieser wie ein Marktplatz funktionierte. Er sammelte Informationen und verteilte diese. Mittelsmänner waren auf Grund fehlender Informationsmedien unverzichtbar.

Sein Geld verdiente der Makler bereits damals durch den Nachweis einer Geschäftsgelegenheit. Wenn er also maßgeblich daran beteiligt war, dass ein Geschäft zwischen zwei Parteien zustande kam, hatte er sein Geld verdient.

Interessant

Noch heute ist eine gängige Vertragsformulierung in Maklerverträgen mit einem Verkäufer:

*Gegenstand des Maklerauftrags ist der Nachweis von Kaufinteressenten bzw. die Vermittlung eines Kaufvertragsabschlusses über das Auftragsprojekt.*

Augenscheinlich hat sich die Kerndienstleistung von Immobilienmaklern also seit Jahrhunderten nicht verändert. Der Makler hat Anspruch auf seinen Lohn, wenn er Verkäufer und Käufer nachweislich zu einer Geschäftsgelegenheit zusammengeführt hat.

Jedoch hat sich spätestens Ende der 90er etwas gravierendes geändert. Die Etablierung der großen Internetportale wie Immobilienscout 24 hat die ursprüngliche Kernaufgabe von Immobilienmaklern übernommen.

Die Marktplatz-Funktion des Immobilienmaklers ist nicht mehr in dem Maße gefragt, da sich Käufer und Verkäufer 24/7 im Internet finden können. Das Angebot ist hier viel größer als es jeder einzelne Immobilienmakler je darstellen könnte.

Ich gehe noch einen Schritt weiter. Damit sich Käufer und Verkäufer finden, benötigt es keinen Makler mehr.

Trotzdem wird noch heute ein großer Teil der Immobilien über Immobilienmakler veräußert. Das ist auch gut so!

Warum das so ist und wo heute die großen Mehrwerte eines Immobilienmaklers liegen könnt ihr im 2. Teil dieses Artikels lesen.

Fazit

Die Kerndienstleistung des Immobilienmaklers wird spätestens seit Ende der 90er und der Etablierung der Online Portale nicht mehr benötigt. Käufer und Verkäufer können sich auch ohne einen Makler auf Portalen wie Immobilienscout 24 finden.

Der Provisionsanspruch des Immobilienmaklers begründet sich nach wie vor auf dem Nachweis einer Geschäftsgelegenheit. So, wie es auch schon vor vielen Jahrhunderten der Fall war. Ist das noch zeitgemäß? Nein. Aus meiner Sicht verzerrt dies vor allem das Bild von Immobilienmaklern, welche deutlich mehr liefern als einen Nachweis.

So gehts weiter

In Teil 2 des Artikels werde ich Dir aufzeigen welche Mehrwerte Makler liefern und warum seriöse Makler eine Bereicherung für jedes Immobiliengeschäft sind. Außerdem werde ich darauf eingehen, warum schwarze Schafe es so leicht haben und dadurch eine ganze Branche in Verruf bringen.

In Teil 3 wage ich einen Blick in die Zukunft. Angenommen, dass Bestellerprinzip für den Immobilienkauf/Verkauf kommt. Welche Auswirkungen hätte dies auf den Markt? Digitalisierung. Welche Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken entstehen für Makler aber auch für Käufer und Verkäufer. Wichtig – Die Digitalisierung steht nicht vor der Tür. Sie hat sich bereits in unseren Wohnzimmer gemütlich gemacht.

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Über mich

Mein Name ist Kevin Hamann. Ich bin Experte für die Themen Marketing, Vertrieb und Positionierung. Seit 2007 arbeite ich als Immobilienmakler und habe schon vielen Menschen bei einer der wichtigsten Entscheidungen im Leben geholfen. Als kreativer Querdenker versuche ich Veränderungen vorherzusehen oder bestenfalls herbeizuführen.

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